Die Wahl der richtigen Chemiehandschuhe

Zur persönlichen Schutzausrüstung in einem Chemielabor gehört laut gesetzlich geregelten Arbeitsschutzvorschriften, der lange Kittel, die Schutzbrille, die Handschuhe und in einigen Fällen auch die Atemschutzmaske. Die kommerzielle Auswahl der einzelnen Arbeitsschutzutensilien ist gigantisch und gerade bei den Handschuhen, gibt es immer wieder Unsicherheiten, welches Material der chemischen Belastung standhält.

Das macht es den Anwender nicht gerade einfach, den passenden und richtigen Handschuh für das Chemielabor zu finden. Grundsätzlich kann man aber eins vorneweg sagen, den perfekten oder den richtigen Handschuh für das Chemielabor gibt es nicht. Die Auswahl des richtigen Handschuhs für den Kontakt mit chemisch belasteten Stoffen hängt einmal von den Materialien und den Chemikalien ab, mit denen der Nutzer in Kontakt kommt.

Die Wahl der richtigen Chemikalienhandschuhe – Was beim Kauf beachten?

Wer bei der Wahl der Handschuhe eine grobe Richtlinie benötigt, kann sich mit viel Geduld durch den Anhang 2 der BGI 868 „Chemikalienschutzhandschuhe“ kämpfen. Der Anhang im BGI 868 dient nur als Richtlinie. Bei der Wahl des richtigen Handschuhs gilt prinzipiell, je dicker das Material des Handschuhs verarbeitet ist, desto mehr Rückhaltevermögen besitzt der Chemikalienhandschuh gegen Säuren, Laugen, Lösungsmittel und andere chemisch belastete Substanzen.

Zusätzlich sind je nach Hersteller unterschiedliche Zusammensetzungen im Material möglich, was sich wiederum auf das Rückhaltevermögen der Handschuhe auswirkt. Bei der Auswahl des richtigen Laborhandschuhs spielen drei Faktoren eine entscheidende Rolle.

  • Die Arbeitsumgebung
  • Mit welchen Chemikalien der Handschuh in Berührung kommt
  • Ob der Verwender Allergien aufweist

Zusätzlich sollte bei der Auswahl auf eine hohe Elastizität und eine hohe Reißfestigkeit geachtet werden. Die Laborhandschuhe unterscheiden sich zusätzlich in der dicke des Materials.

Welche Handschuhe sind für welche Labore geeignet?

Auch hier lässt sich keine konkrete Regel aufstellen. Man kann aber die einzelnen Handschuhmaterialien je nach Verwendbarkeit für die unterschiedlichen Laborbereiche nutzen.  Laborhandschuhe gibt es in folgenden Materialsorten

Jedes dieser Materialien hält unterschiedlich starken Chemikalien stand. Anhand dieser Richtwerte kann man die einzelnen Handschuhe dem Chemiebereich zuordnen.

Latexhandschuhe sind besonders bei wasserbasierenden Chemikalien geeignet. Zusätzlich bieten Sie Schutz gegen Alkohol und organischen Chemikalien. Sie sind also in einem organisch ausgerichteten Chemielabor empfehlenswert. Einen vergleichbaren Schutz bieten die Nitril-Handschuhe. Auch sie halten bei einer großen Auswahl an Chemikalien. Besonders resistent sind Sie gegen Laugen und Alkalis. Auch die Nitril-Handschuhe sind für ein Labor, welches sich mit organischer Chemie befasst geeignet.

Vinyl-Handschuhe sind für ein Chemielabor nur bedingt nutzbar. Sie bieten bei hochkonzentrierten chemischen Substanzen keinen Schutz. Neopren-Handschuhe hingegen sind in allen Laboren einsetzbar. Sie bieten gegen fast alle Chemikalien einen resistenten Schutz. Handschuhe aus Neopren sind resistent gegen Säuren, Laugen und organischen sowie anorganischen Chemikalien.

Die Handschuhe aus Material Laminate sind ein Stoffgemisch und halten deswegen auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Chemikalien ab. Jedoch ist die Bewegungsfreiheit nur sehr eingeschränkt. Die PVA Handschuhe finden vor allem dort eine Verwendung wo chlorierte oder aromatische Kohlenwasserstoffe verwendet werden. Und auch die Vitron- Handschuhe sind sehr beständig gegen Chemikalien, sollten aber nicht mit Ester und Ester-Verbindungen in Kontakt kommen.

Man sieht an dieser Auswahl schon, dass sich kaum ein Handschuh für alle Laborbereiche nutzen lässt, weshalb man in einem Chemielabor auch immer mehrere Handschuharten zur Auswahl hat.

Anbei eine Übersicht von Schutzhandschuhe und deren Preise sowie Maße die in der Regel hergenommen werden.

 

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